Lexikon: Schwäbisch / Hochdeutsch Wendrsonn sind die Komponisten der offiziellen Hymne aller 7 Baden-Württembergischen Naturparks zum Naturparksong: da ben i dâhoim Dâhoim ist der wunderschöne Schwäbisch-Fränkische Wald, zwischen Backnang, Heilbronn, Schwäbisch Hall und Schwäbisch Gmünd.
Asterix' Verwandtschaft hat jede Menge Vierecksschanzen, Hügelgräber und Fluchtburgen hinterlassen. Bereits ab dem fünften Jahrhundert v. Chr. besiedelten Kelten die Gegend. In den abgeschiedenen Tälern des Schwäbisch-Fränkischen Waldes (dâhoim) überdauerten sogar keltische Flur- und Flußnamen: Rot, bedeutete im keltischen, rasch dahinfließend. Das idyllische Flüsschen Rot und die nach ihm benannten Orte Wüstenrot, Finsterrot, Oberrot gehen auf diesen ziemlich alten Wortstamm zurück.
Keltischer Löwe aus dem Fürstengrab von Hochdorf (Kreis Ludwigsburg) Nach und nach zogen dann immer mehr germanische Stämme ins Ländle. Die meisten marschierten weiter. Es herrschte ein reges Kommen und Gehen. Nur ein Volk fand es so richtig schnuckelig und blieb. Die Sueben. Diese Urschwaben, waschechte Elbgermanen, waren eines der größten germanischen Völker und auch ein recht streitsüchtiges Völkchen und es hätte nicht viel gefehlt, und der Suebenhäuptling Ariovist hätte den großen Julius Cäsar wieder aus Gallien gejagt. (Heidanei, dann dät mer sogar in Frankreich schwäbisch schwätza) Nix war's. Die Römer gewannen und bauten gleich ziemlich viele Kastelle bei uns (Welzheim, Murrhardt, Mainhardt). Nicht genug, sie zogen auch gleich ne Grenzmauer hoch, mit Wachtürmen und Graben. Ein Teil der Sueben zog mit den Vandalen und Goten nach Spanien und gründete in Nordportugal und Galizien ein eigenes Königsreich. Ein anderer Teil blieb einfach daheim und vermischte sich mit Kelten und Römern.
Die urprünglichen Siedlungsgebiete der Alamannen können heute noch ziemlich gut anhand von Ortsnamen abgelesen werden: Die Alamannen gaben ihren Siedlungen gerne den Namen eines wichtigen Sippenmitglieds. Sie sagten dann: "Wir wohnen bei den Leuten des..." Daraus entstanden die "ingen-Orte": Esslingen, Sindelfingen, Reutlingen, Waiblingen Typisch alamannisch ist auch die Endung "wangen": Ellwangen, Feuchtwangen. Ein gutes Beispiel für das nicht immer leichte Zusammenleben von Franken und Alamannen sind die zusammengebauten Ortschaften Erlbenbach und Binswangen vor den Toren Heilbronns. Die fränkischen Einwanderer jagten die Alamannen aus ihren Dorf, die daraufhin nebenan Binswangen gründeten. Die Franken nannten ihre neue Siedlung Erlenbach. Fast 1500 Jahre später ist dieser Tatbestand immer noch in den Köpfen der Dorfbewohner. Binswangener und Erlenbacher sind sich heute noch nicht so arg grün. Auf jeden Fall hat jedes der beiden Käffer seine eigene Kirche (die beide absolut gleich aussehen), seinen eigenen Fußballverein und sogar seinen eigenen Musikverein! Die kriegerischen Franken brachten von ihren Feldzügen nach Osten ziemlich viele Sklaven (Sachsen und Thüringer) mit, die sie in eigenen Dörfern ansiedelten. Großsachsenheim, Untertürkheim (Türk kommt von Thüringer), Thüngental, Sachsenweiler waren ursprünglich solche "Sklavenansiedlungen". Heutzutage verläuft mitten durch den Schwäbisch-Fränkischen Wald die Sprachgrenze zwischen Schwaben/Alamannen und Franken. In einer Linie Ludwigsburg-Backnang-Murrhardt-Aalen wird noch reines Niederschwäbisch gesprochen, Richtung Heilbronn Südrheinfränkisch und in Hohenlohe Süd- und Ostfränkisch. Im direkten Grenzgebiet (als bei uns) wird allerdings der eigentliche Mischdialekt immer mehr vom Schwäbischen verdrängt, obwohl in den Seitentälern wie z.B. im vorderen, eigentlichen schwäbischen Lautertal vor zwei Generationen noch Fränkisch gesprochen wurde.
War aber ein recht armseliger Haufen diese Wirtemberger. Das Ländle war recht klein und auch ziemlich arm. Da half nur eines: heiraten!!!!! Ein Urkunde von 1297 gibt einen Hinweis auf die Verflechtung zwischen den Häusern Württemberg und Baden:
Backnang war jetzt württembergisch, Sulzbach gehörte zu Löwenstein und nur wenige Kilometer nordwestlich war man im Gebiet der Grafen von Hohenlohe, ganz zu schweigen von den Besitzungen der Kirche und des Deutschen Ritterordens. Dann die freien Reichsstätte, wie z.B. Schwäbisch Hall, die immer ihr eigenes Süppchen kochten. Eigentlich war ja Hall eine rein fränkische Stadt, die sich aber dem schwäbischen Bund zugehörig fühlte und deshalb den Namen "Schwäbisch" adoptierte. Der Schwäbisch-Fränkische Wald war immer eine bettelarme Gegend. Landwirtschaft war kaum möglich in den zerklüfteten Tälern und den dunklen, sumpfigen, undurchdringlichen Waldgebieten.
In der Folge zogen mehr und mehr dunkle Wolken zogen über das Ländle: Pest und der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) wüteten im ganzen Land. Allein das Herzogtum Württemberg hatte durch Hunger und Seuchen, Mord und Totschlag fast zwei Drittel seiner Bevölkerung verloren. Im Jahre 1618 zählte es 350 000 Einwohner, im Jahre 1648 gerade noch 120 000.
Die Mainhardter Räuberbande raubte und mordete in den Jahren 1760 - 1772. Sie bestand aus bis zu 58 Männern (deren Nachfahren immer noch in der Gegend leben). Zumeist waren es arme Teufel wie Tagelöhner und Salzträger. Mir einer romantischen Räuberballade hatte das Ganze allerdings nix zu tun. Die Burschen waren recht brutal und killten selbst arme Handwerksgesellen. Ihr Ende war dann auch ziemlich unromantisch. Gefangen, gefoltert und hingerichtet. Nur der Räuberhauptmann selbst starb friedlich im Bett! Er war Wirt des Gasthauses "Zur Linde" (das Gasthaus gibt es immer noch in Mainhardt, direkt an der B 14) und hat die Raubzüge ausgeheckt und sich trotzdem nie die Hände schmutzig gemacht. Seine Kumpanen haben offensichtlich "dicht" gehalten, denn er wurde nie angeklagt. Bettelarm war die Landbevölkerung. "Viel Steine gab's und wenig Brot" lautete die erste Strophe des schwäbischen Vaterunsers. Die andauernden Einfälle brandschatzender französischer Truppen taten noch ein übriges.
Französische Soldaten "plagen" einen Bauern 1806 wurde Württemberg durch Napoleons Gnaden zum Königreich - und kämpft an der Seite des kleinen Korsen gegen Preußen und Österreich. So richtig brutal wird der Russlandfeldzug von 1812. Mehr als 15.000 württembergische Soldaten marschierten gen Osten, von denen nur 300 Mann wieder heim kamen. Bezeichnend, dass die Überlebenden zum Großteil Offiziere waren. Die einfachen Soldaten krepierten jämmerlich an Krankheiten, verhungerten oder erfroren in den endlosen Weiten des riesigen Landes. 1813 hängt König Friedrich sein Fähnlein wieder in den Wind und wechselt die Seiten. Würrtembergische Regimenter kämpften nun gemeinsam mit den Alliierten gegen Napoleon. Trotzdem blieb Württemberg ein recht kleines und vor allem armes Königreich. Zigtausende mussten das Land verlassen, wollten sie nicht verhungern. Ganze Dorfgemeinschaften siedelten nach Besarabien, Russland, Rumänien und Amiland um. Ein altes Volkslied erzählt von diesen harten Zeiten: In Mutters Stüble, da goht dr hm hm hm, Muss schier verfriera, vor lauter hm hm hm, I han koi Hemmadle, ond du koi hm hm hm, Du nimsch dr Bettelsack, ond i der hm hm hm, I hau koi Speck em Sack, ond du koi hm hm hm, Muss schier verfriera, vor lauter hm hm hm, Selbstverständlich hat Wendrsonn dieses alte Lied auch im Programm - und nicht nur das... |